Eine Abenteuerreise in die digitalen Zukunft der Geschichtswissenschaft

Ich bin Studentin (23) der Geschichtswissenschaften im ersten Mastersemester und strebe eine Wissenschaftskarriere an. Ich möchte herausfinden wie ich mich weiter entwickeln und professionalisieren muss, um in der Welt der zukünftigen Geschichtswissenschaften zu bestehen.

Das Internet diente mir bisher als Recherchemedium. Ich habe noch nie digital mit anderen Historikern diskutiert. Ich habe es bis vor kurzem nicht für möglich gehalten, dass es Wissenschaftsblogs über historische Fragestellungen gibt. Die meisten meiner Kommilitonen haben sich noch nie mit einer digitalen Zukunft der Wissenschaft (v.a. der Geisteswissenschaft) auseinandergesetzt. In meiner Universität wurde bisher nie eine Veranstaltung dazu angeboten.

Im letzten Semester habe ich angefangen zu twittern (danke an @Mareike2501 für die tolle Einführung in die Nutzung von Twitter) und bin auf andere twitternde Geschichtswissenschaftler aufmerksam geworden (bsp.#twitterstorians). Schnell wird deutlich, dass die Gemeinde er twitternden Historiker ein Mikrokosmos und kein Massenphänomen ist. Genau die gleiche (natürlich empirisch nicht bewiesene) Feststellung habe ich auch an der Universität gemacht. Skepsis könnte ein Grund dafür sein. Eine Kommilitonin entgegnete mir in einem Gespräch über „Digital Humanities“: „Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass wir irgendwann nicht mehr allein mit vielen Büchern in der Bibliothek oder vor einem Mikrofiche im Archiv sitzen.“ Ist diese romantische Vorstellung von Wissenschaft überhaupt noch zukunftstauglich? Die Journalisten haben es schon erkannt: Im digitalen Zeitalter werden Daten komplexer, Datenjournalismus ist die Antwort. Warum sind Datenanalysen noch nicht Bestandteil einer Historikerausbildung, wenn große Datensätze in Zukunft auch in den Geschichtswissenschaften relevant werden (wenn sie es nicht schon längst sind)? Fragen über Fragen.

Anlässlich des Geburtstags von recensio.net (ein Portal, welches wahrscheinlich kaum ein Student der Geschichtswissenschaften kennt, unter Historikern aber bekannt ist) haben sich einige Historiker in München getroffen und über „Rezensieren, Kommentieren und Bloggen“ diskutiert. Ich war leider nicht auf der Tagung anwesend. Über Twitter #rkb habe ich das Geschehen verfolgt und zahlreiche Links zu Hintergrundberichten erhalten. Ich musste kaum selbst recherchieren um mehr über das Thema zu erfahren. Ein großer Vorteil, wie ich finde. Mir wird klar: Das Konzept der digitalen Geschichtswissenschaften entwickelt sich rasant in der digitalen Welt, ist aber längst nicht an der Universität angekommen. Und schon gar nicht bei den Studenten, den zukünftigen Wissenschaftlern.

Die Fragen, die sich mir nun stellen sind den digitalen Historikern sicher alle bekannt. Aber ich möchte sie trotzdem stellen und für mich beantworten. Ich werde meinen Weg hier dokumentieren. Den Blog nutze ich in erster Linie für mich selbst. Er soll mir als Speichermedium und als Gedankenstütze dienen. Vielleicht hilft er aber auch anderen Nachwuchshistorikern. Vielleicht entsteht eine digitale Kommunikation. Ich bin gespannt.

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